Im Weglaufhaus
Texte aus der Verrücktheit, Bestandsaufnahmen für Lili, Zeugnisse von Louis
Sonntag, 11. Januar 2015
Der goldene Schlüssel
Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erforen war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bisschen wärmen. da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müsste auch das Schloß dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. "Wenn der Schlüssel nur passt!" dachte er, "es sind gewiss kostbare Sachen in dem Kästchen." Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, daß man es kaum sehen konnte. Er probierte und der Schlüssel passte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten bis er vollends aufgeschlossen hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.
Freitag, 9. Januar 2015
Sonntag, 4. Januar 2015
Sonnenball auf Himmelszelt
Wann werden wir zusammen sein?
Die hellen Geschöpfe des Universums,
der Welt.
Wann in den Armen uns liegen
und Weinen vor Lachen
über die geglückte Rettung
des Lebens.
Das Wunder ist begründet.
Das Rätsel gelöst.
Das Staunen ist wieder erlaubt.
Die hellen Geschöpfe des Universums,
der Welt.
Wann in den Armen uns liegen
und Weinen vor Lachen
über die geglückte Rettung
des Lebens.
Das Wunder ist begründet.
Das Rätsel gelöst.
Das Staunen ist wieder erlaubt.
Samstag, 3. Januar 2015
Märchenmut
Wenn mein Herz mit mir spricht,
dann höre ich:
Ich liebe dich.
Dann bleibe ich still sitzen in einem Zimmer auf einem Stein.
Die Wolken spiegeln sich im Wasser.
Ich werfe den Kiesel.
Wo er versinkt, schlagen die Wellen Ringe.
Meine Seele atmet auf,
wenn mein Herz mit mir spricht.
Wenn mein Mann kommt,
küsse ich ihn mit den Augen
und schweige.
Ich nehme seine Hand
und wir gehen.
Ich schweige
und höre auf mein Herz.
Der Pfarrer im Beichtstuhl sagt:
Geh und wasche dein Herz.
Ich bin acht Jahre alt.
Wie soll ich das denn machen?
dann höre ich:
Ich liebe dich.
Dann bleibe ich still sitzen in einem Zimmer auf einem Stein.
Die Wolken spiegeln sich im Wasser.
Ich werfe den Kiesel.
Wo er versinkt, schlagen die Wellen Ringe.
Meine Seele atmet auf,
wenn mein Herz mit mir spricht.
Wenn mein Mann kommt,
küsse ich ihn mit den Augen
und schweige.
Ich nehme seine Hand
und wir gehen.
Ich schweige
und höre auf mein Herz.
Der Pfarrer im Beichtstuhl sagt:
Geh und wasche dein Herz.
Ich bin acht Jahre alt.
Wie soll ich das denn machen?
Montag, 29. Dezember 2014
Das Universum des Nachts
Die Bilder in den Baumkronen,
der Meisentanz im Geäst des Walnussbaumes,
der Rosenstrauch ist abgeblüht schon
und morgens leuchten die gelb belaubten Wipfel golden in der Sonne.
Am Ende der Hunger nach Anfang,
das Konzert der Vögel am frühen Tag,
die Rabenkrähen grüßen krächzend,
während der Specht einen Stamm abklopft.
Der Himmel zieht Gesichter.
Der Holzfußboden spricht Bände.
Türen knarren, schlagen zu
und Menschenstimmen sprechen Worte.
In meinem Fenster spiegelt sich das Universum des Nachts.
der Meisentanz im Geäst des Walnussbaumes,
der Rosenstrauch ist abgeblüht schon
und morgens leuchten die gelb belaubten Wipfel golden in der Sonne.
Am Ende der Hunger nach Anfang,
das Konzert der Vögel am frühen Tag,
die Rabenkrähen grüßen krächzend,
während der Specht einen Stamm abklopft.
Der Himmel zieht Gesichter.
Der Holzfußboden spricht Bände.
Türen knarren, schlagen zu
und Menschenstimmen sprechen Worte.
In meinem Fenster spiegelt sich das Universum des Nachts.
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